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Fragen und Antworten rund um den Turing-Bus und seine Reise!

Der nach dem Informatikpionier Alan Turing benannte Bus ist ein mobiles Bildungsangebot, das Jugendlichen in ganz Deutschland Digitalisierung und Technik näherbringt. Der Turing-Bus war bereits 2018 und 2019 in Kooperation mit der Open Knowledge Foundation zu den Themen Künstliche Intelligenz und Berufe der Zukunft unterwegs. Die Stationen und Open Educational Ressources der vergangenen Jahre lassen sich unter old.turing-bus.de einsehen.

Ziel des Projekts „Turing-Bus – Reise in die Quantenzeit“ ist es, ein Unterrichts- und Fortbildungskonzept zu den grundlegenden Ideen, Prinzipien und Anwendungsmöglichkeiten der Quanteninformatik zu entwickeln. 

Gemeinsam mit Expertinnen und Experten für das Thema Quanteninformatik entwickelt die Didaktik der Informatik der Freien Universität Berlin und die Gesellschaft für Informatik e.V. Unterrichtsmaterialien und Fortbildungskonzepte, die in mehreren Workshop-Settings mit Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern erprobt werden.

Das Projekt richtet sich in der Erprobungsphase an Lehrkräfte und deren Informatikklassen mit Schülerinnen und Schülern ab ca. 15 Jahren. Langfristig wird eine breite Bildungsöffentlichkeit erreichet, denn die entwickelten Materialien und Konzepte werden als freie Lernressourcen (OER) veröffentlicht und somit allen Interessierten zugänglich gemacht. Die Lernressourcen richten sich an ein breites Publikum: Für die Nutzung der Materialien werden keine Informatikvorkenntnisse benötigt.

Das Projekt ist im Winter 2020 gestartet und die Veröffentlichungen der entwickelten Materialien ist im Laufe des Jahres 2021 geplant.

Die Quanteninformatik oder Quanteninformationsverarbeitung ist die Wissenschaft von einer Informationsverarbeitung, die quantenmechanischePhänomene nutzt. Die bekannteste Anwendung der Quanteninformatik ist der Quantencomputer: Gegenüber herkömmlichen Computern verfügen Quantencomputer über das Potenzial, bestimmte Berechnungen wesentlich schneller durchzuführen. Die Anwendungsmöglichkeiten reichen von der Optimierung von Verkehrsplanungen über die Schaffung neuer, sicherer Kommunikationsmöglichkeiten bis hin zur effektiven Simulation von Molekülen für die Entwicklung eines neuen Impfstoffes. Während klassische Computer Informationen in Bits kodieren, nutzen Quantencomputer dafür sogenannte Qubits.

Alan Mathison Turing war ein britischerLogiker, Mathematiker, Kryptoanalytiker und Informatiker. Er gilt heute als einer der einflussreichsten Theoretiker der frühen Computerentwicklung und Informatik. Turing schuf einen großen Teil der theoretischen Grundlagen für die moderne Informations- und Computertechnologie.

„Turing-Bus - Reise in die Quantenzeit" ist ein Projekt der Professur der Didaktik der Informatik der Freien Universität Berlin und der Gesellschaft für Informatik e.V..

Als Lehrkraft haben Sie die Möglichkeit aktiv in der Erprobungsphase mitzuwirken und das Material gemeinsam mit uns oder alleine in Ihrem Unterricht zu erproben. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir nicht jede Anfrage berücksichtigen können. Nach Veröffentlichung des Materials können Sie dieses jedoch jederzeit gemeinsam mit Ihrer Klasse nutzen.

Quantencomputing (oder auch Quanteninformatik) gilt einerseits als eine der vielversprechendsten neuen technologischen Entwicklungen – Die richtige Hardware vorausgesetzt versprechen Quantenalgorithmen uns bei einer Vielzahl komplexer Problemstellungen zu helfen, wie beispielsweise der Simulation von Molekülen für die Entwicklung eines neuen Impfstoffes.

Das noch junge und hochkomplexe Technologiefeld der Quanteninformatik wird aber gleichzeitig zur Projektionsfläche gesellschaftlicher Erwartungen und Ängste: Was passiert, wenn Rechner nun innerhalb kürzester Zeit streng geheime Dokumente entschlüsseln können, deren Offenlegung Auswirkungen auf die internationale Politik haben könnten? Wie beruhigend wäre es wiederum, wenn ein Rechner Katastrophenszenarien, wie Erdbeben oder Überschwemmungen, komplex simulieren kann und wir so solchen Situationen analytisch und vorgeplant begegnen könnten? 

Um zukünftig über alle diese Fragen und über die komplexen Sachverhalte dahinter einen informierten gesellschaftlichen Diskurs zu führen, müssen schon junge Menschen an das Thema herangeführt werden. Nur so können diese spannenden Entwicklungen von den Bürgerinnen und Bürgern hinterfragt und begleitet werden.

tl;dr

Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, beim Turing-Bus dabei zu sein:

  1. Als Schule im ländlichen Raum können Sie sich für eine Station bewerben. Dies bedeutet je nach lokalen Gegebenheiten entweder, dass der Bus zu Ihrer Schule kommt und dort Workshops anbietet, oder, dass der Bus einen Hack- oder Makerspace in Ihrer Nähe anfährt und die Station dort stattfindet.
  2. Hack- und Makerspaces sowie Orte der KI, die daran interessiert sind eine Station zu hosten können sich ebenfalls gerne melden. Im besten Fall sollte Ihre Räumlichkeit Platz für mindestens 20-30 Personen bieten.
  3. Sind sie Expert*in in einem Gebiet, dass in Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz steht und möchten einen Workshop für Schüler*innen zwischen 15 und 19 Jahren im ländlichen Raum anbieten? Der Turing-Bus sucht immer nach spannenden Infonaut*innen, die uns auf der Tour begleiten.

Bei der Tour 2019 dabei sein

Auf unseren Stationen kooperieren wir mit Vertreter*innen von regionalen und bundesweiten Bildungs- und Beteiligungsinitiativen aus dem digitalen Themenraum, um den Schüler*innen Aktionspotentiale und Orte in ihrer Umgebung aufzuzeigen, an denen sie auch nach unserer Tour mehr über digitale Mündigkeit, digitales Ehrenamt sowie den kritischen Umgang mit Medien erlernen und erfahren können.

Diese sogenannten Infonaut*innen kommen aus Hackspaces, Offenen Werkstätten und OK-Labs, aber auch aus Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft. Sie sind Expert*innen verschiedener Disziplinen und Aspekte der Digitalisierung und begleiten uns auf der Tour, um Schüler*innen im ländlichen Raum Diskussions- und Hands-on-Formate (Module) anzubieten. Mit ihrer Hilfe und unseren eigenen Workshopformaten sind im letzten Jahr bereits einige spannende Stationen (z.B. Landsberg oder Uelzen) entstanden!

Zusätzlich zu diesem Format (Stationen an Schulen) planen wir in diesem Jahr (dort wo möglich) Stationen an die jeweiligen Spaces und Labs zu verlagern, von denen die Infonaut*innen kommen. Beispiele für solche Orte sind der Verstehbahnhof in Fürstenberg oder das Frei.Land in Potsdam. Damit wollen wir existierende Angebote und Strukturen bekannter machen und den Jugendlichen Aktionspotenziale in ihrer Umgebung aufzeigen, die auch im Anschluss an unsere Tour zugänglich sind und zum gemeinschaftlichen, kreativen und selbstbestimmten Lernen und Arbeiten einladen.

Schulen

Als Schule im ländlichen Raum können Sie sich für eine Station bewerben. Generell übersteigt die Nachfrage unser Angebot, sodass es sich empfiehlt, schnell zu sein. Zunächst reicht für Ihre Bewerbung eine einfache Mail mit folgenden Daten:

  • Schule / Ort
  • Anzahl / Alter der Schüler*innen (unser Angebot richtet sich an 15-19-jährige)
  • Falls vorhanden: mögliche Zeitfenster für die Station (i.d.R. halber Tag)
  • Stand in Sachen Informatik (kein Muss)

Wir prüfen dann, ob es in Ihrer Nähe einen spannenden Ort (z.B. Hackspace, Fablab oder Ok-Lab) gibt, der für eine Station in Frage kommen würde. Nach Absprache mit dem Space finden wir dann gemeinsam einen Termin für die Station. Sollten Sie Unterstützung bei der An- und Abreise brauchen, helfen wir gerne.

Sollte kein passender Space in der Nähe sein, findet die Station an Ihrer Schule statt. Unser Angebot ist grundsätzlich kostenlos.

Eine Station könnte zum Beispiel so aussehen:

  • 08:00 Uhr: Anreise
  • 08:30 Uhr: Ankunft an einem in der Nähe liegendem Hackspace
  • 08:45 Uhr: Beginn Workshop-Programm (je nach Gegebenheit werden mehrere parallele Workshops angeboten)
  • 11:45 Uhr: Pause
  • 13:00 Uhr: Beginn Diskussionsteil
  • 14:00 Uhr: Ende
  • 14:30 Uhr: Abfahrt zurück zur Schule (optional: Besuch ‘Ort der KI’)

Unse Meldungen enthält Berichte zu allen Stationen des letzten Jahres.

Hack- und Makerspaces

Ihr betreibt einen Hack- oder Makerspace und könnt Euch vorstellen, diesen für einen halben Tag zur Verfügung zu stelllen? Wir möchten regionale Strukturen fördern und potentiell interessierte Jugendliche auf Euch aufmerksam machen. Je nach Größe und Ausstattung eurer Räumlichkeiten planen wir mit Euch eine Station in Eurem Space. Ihr seid herzlich eingeladen, eigene Workshops anzubieten um die Möglichkeiten und Gegebenheiten Eures Spaces hervorzuheben. Im besten Fall sollte Eure Räumlichkeit Platz für 20-30 Personen bieten.

Orte der KI

Sie arbeiten an einem spannenden Ort der Künstlichen Intelligenz und sind bereit, uns zu einer Exkursion mit den Schülerinnen und Schülern einzuladen? Das heißt zum Beispiel, Sie arbeiten im im Fachbereich Künstliche Intelligenz oder in der Robotik an einer Hochschule und können einen spannenden Einsatz von Software des maschinellen Lernens, einem Expertensystem, im Bereich der intelligenten Suche oder Optimierung, der automatischen Planung oder ähnlichen KI-Teilgebieten zeigen. Vielleicht arbeiten Sie auch in einem Rechenzentrum, das dedizierte Server für spezielle KI-Anwendungen zur Verfügung stellt, und können jungen Menschen Einblicke im Rahmen einer Führung gewähren.

Infonaut*innen

Sind Sie Experte in einem Gebiet, das in Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz steht und können sich vorstellen, einen Workshop anzubieten? Wir laden Sie ein, uns auf der Tour begleiten und gemeinsam mit jungen Menschen im ländlichen Raum nach neuen Gestaltungsmöglichkeiten unserer digitalisierten Welt entlang Ihrer Themen zu suchen. Wir übernehmen die Reisekosten, falls Sie nicht sowieso gleich mit uns im Bus fahren, und zahlen eine (leider nur) geringe Aufwandsentschädigung. Ihre für den Workshop entwickelten Lehr- und Lernmaterialien veröffentlichen wir bei entsprechender Eignung und in Absprache mit Ihnen gern als Open Educational Resources.

Möchten Sie sich als Infonaut*in bewerben? Schreiben Sie uns mit ein paar Sätzen zu Ihrer Motivation an info@turing-bus.de und ob Sie mit einem kurzen Vortrag, einer Demonstration einer Software/eines Roboters, als Teilnehmer*in einer Diskussion oder als Teamer*in eines Hands-On-Workshops dabei sein wollen. Wenn Sie ein eigenes Hands-On-Modul anbieten möchten, bitten wir Sie zudem, uns kurz die Ziele, Inhalte und Methoden zu und die Verbindung zum Thema KI zu umreißen. Lassen Sie uns außerdem wissen, über welche Vorkenntnisse die Workshopteilnehmenden verfügen sollten und welche Ausstattung der Workshop erfordert.

Möchten Sie sich mit Ihrer Klasse, Ihrem Space oder Ihrem Workshop bewerben? Schreiben Sie uns an info@turing-bus.de.

Ihre Nachricht sollte enthalten:

  • Schule / Ort
  • Anzahl / Alter der Schüler*innen
  • Bildungsstand in Sachen Informatik (kein Muss)
  • Falls vorhanden: mögliche Zeitfenster für die Station (i.d.R. halber Tag)

Offene Lernmaterialien

Um die Idee des Turing-Busses auch abseits seiner Haltestellen weitertragen zu können, werden wir alle von uns erstellten Lehr- und Lernmaterialien zur freien Nutzung und Weiterverwendung bereitgestellt (Open Educational Resources, OER). Sollten auch Sie spannende Unterrichtsmaterialien und Konzepte zu Informatik/KI entworfen haben, freuen wir uns über einen Hinweis. Besonders erfolgreiche Formate veröffentlichen wir nach Absprache. Sie können sich auch gern als Infonaut*in bei uns bewerben, und Ihr Konzept direkt als Teil einer Station umsetzen.

 

2018
fuhr der Bus zum ersten mal unter dem Thema „Arbeitswelten der Zukunft“
3900
Kilometer sind wir 2018 gefahren.
8
Bundesländer haben wir dabei besucht.
14
Infonaut*innen gestalteten mit uns die Stationen.
13
Stationen haben wir im ersten Jahr besucht.
450
Teilnehmer*innen im Alter von 15-19 Jahren waren dabei.