Der Turing-Bus auf GI-Jahrestagung und Frankfurter Buchmesse

Das Turing-Bus-Team war in den letzten Wochen aktiv!

Auf der GI-Jahrestagung #INFORMATIK2018 haben wir ein Diskussionspanel zum Thema: „Der Turing-Bus und andere außerschulische (und mobile) Bildungsangebote im ländlichen Raum” durchgeführt. Dabei waren Andrea Knaut (Turing-Bus), Sebastian Hänsel (Science on Tour), Mario Pesch (SenseBox), Christian Zöllner (Fabmobil) und Bela Seeger (Turing-Bus).

Turing-Bus in Pfiffelbach Foto: CC-0

V.l.n.r.: Sebastian Hänsel (Science on Tour), Andrea Knaut (Turing-Bus), Bela Seeger (Turing-Bus) und Mario Pesch (SenseBox). Nicht zu sehen: Christian Zöllner (Fabmobil).

Diskutiert wurden die unterschiedlichen Ansätze, die von den anwesenden Bildungsprojekten verfolgt werden sowie deren Rolle und Wirkungen für den ländlichen Raum. Alle Anwesenden waren sich einig, dass verstetigende Förderstrukturen nötig sind, um außerschulischen Bildungsprojekten die nötige Triebkraft zu geben.

Spannend war hierbei vor allem, die unterschiedlichen Ansätze der einzelnen Projekte zu sehen und die damit verbundenen Philosophien zu vergleichen: während das Fabmobil Produktionstechniken an einen geographisch fokussierten Bereich von Schulen bringt und der Turing-Bus deutschlandweit mit Experten und Workshopleitern unterwegs ist, verbreitet das Team von SenseBox ihr Angebot auf diversen Plattformen wie der des Turing-Busses und betreibt dazu die SenseMap als virtuelles Portal. Science on Tour stach hier durch die seit 2008 stattfindende Arbeit und einem breiten Curriculum mit besonders langem Atem hervor.

Folgende Aufzeichnungen sind hier entstanden:

Die Gesellschaft für Informatik bedankt sich bei allen Teilnehmenden!

Frankfurter Buchmesse

Turing-Bus in Pfiffelbach Heute auf dem #fbm18-Podium zum Thema #Altenpflege in den #ArbeitsweltenDerZukunft 🤖: #Roboter #Pepper, @RalfMuenchow (@BMBF_Bund), Prof. Dr. Lüssem (@vielFHKiel), Dr. Knaut (@informatikradar), Dr. Wieching (@UniSiegen), A. Westerfellhaus, Pflegebeauftragter der #Bundesregierung (Foto: Twitter)

Die diesjährige Frankfurter Buchmesse hatte am 12. Oktober erstmals eine Science-Fiction-Lounge zu bieten. Am selben Tag brüskierte ein Vertreter der längst nicht mehr nur zur SF gehörenden kleinen Pepper-Roboter ältere Damen mit zu hohen Schätzungen ihres Alters am Stand der Bundesregierung. Passend dazu unterhielten sich Andrea Knaut vom Turing-Bus-Team, Ralf Münchow aus der Projektgruppe Wissenschaftsjahr 2018 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und Prof. Dr. Lüssem, Leiter eines weiteren Wissenschaftsjahr-Projekts Anwendungsnahe Robotik in der Altenpflege an der FH Kiel, über Digitalisierung in ländlichen Räumen: Ob fehlende Pflegekräfte auf dem Land wohl bald durch Roboter wie ihn ersetzt werden könnten?

Aus Sicht unserer Erfahrungen mit dem Turing-Bus gibt es in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit dieser Problematik große Defizite: viele Schülerinnen und Schüler möchten durchaus gern in soziale und Pflegeberufe gehen, aber sehen diese Bereiche auch in Zukunft frei von Automatisierung. Dabei sind wir schon jetzt ganz unabhängig von Spielzeugen wie Pepper in diesem Bereich durch die Digitalisierung mit vielen Herausforderungen konfrontiert: Wie gehen wir mit den zahllosen Gesundheitsoptimierungs-Apps und deren Datensammlungen und ihrer möglicherweise missbräuchlichen Verwertung um? Wie schaffen wir menschenfreundliche digitale Assistenzsysteme, wenn noch heute konstatiert werden muss, dass es keine die Nutzer*innen in die gesamte Anwendungsentwicklung einbeziehende Gebrauchstauglichkeitsforschung in diesem Bereich gibt? Wie begegnen wir dem Druck auf die Löhne, der durch den Automatisierungsdiskurs beständig erzeugt wird?

Um Fragen wie diese zu beantworten, braucht es solide Kenntnisse darüber, was mit Datenverarbeitung möglich ist und was nicht. Ländliche Regionen digitalisieren heißt vor allem, auch dort eine gute Bildungsinfrastruktur sowohl im schulischen als auch außerschulischen Bereich sicherzustellen, die es den Menschen ermöglicht, Digitaltechnik und ihre Einflüsse auf die Gesellschaft zu beurteilen, mit ihr zu experimentieren und sinnvolle Anwendungen zu entwickeln. Dass es dafür bis heute vielerorts an ganz basalen Voraussetzungen mangelt wie schnelles Internet, ausreichend in digitalen Kompetenzen ausgebildete Lehrer*innen in allen Fachbereichen sowie Förderung digitaler Bildungs- und Kulturangebote im ländlichen Raum, darin waren wir uns im Talk weitestgehend einig. Nach dieser negativen Bilanz war es umso angenehmer, in die Welt utopischer Träume und der „Freien Geister” in der SF-Lounge „Think Ursula“ zu flüchten.