Die Moral der Maschinen und mehr in Tessin

7. Juni 2018 | Regionale Schule Anne Frank, Tessin (Mecklenburg-Vorpommern) | 47 Schüler*innen (15-16 Jahre)

Programm

Auf dieser Station haben wir folgende Module angeboten:

„Das digitale Flugblatt“ - Andrea Knaut, Kathinka Richter, Frithjof Nagel (Gesellschaft für Informatik, Turing-Bus)

Gewissensbits: Moralische Maschinen?

Verfasst von: Frithjof Nagel

Bericht

Unsere Station an der Regionalen Schule Anne Frank im mecklenburgischen Tessin stand ganz im Zeichen des Themas des Wissenschaftsjahres „Arbeitswelten der Zukunft”. Mit zwei neunten Klassen und insgesamt 47 Teilnehmerinnen und Teilnehmern durften wir zwei parallele Workshops gestalten. Während der eine, unser digitales Flugblatt, praktische Bastelfertigkeit verlangte, ging es im anderen deutlich theoretischer zu. Wie werden Automatisierung, Digitalisierung und Vernetzung Berufsfelder verändern? Welche Berufe werden vielleicht sogar ganz verschwinden? Und wer übernimmt eigentlich die Verantwortung wenn ein autonomer Roboter einen Fehler macht? Um diese und viele andere Fragen drehte sich der eineinhalbstündige Workshop mit dem Titel „Gewissensbits”. Viele Schülerinnen und Schüler konnten sich nicht vorstellen, dass es bald in jedem Beruf wichtig sein könnte, sich mit Digitalisierung auseinanderzusetzen. Und wie es der Titel bereits prophezeite wurden auch ganz konkrete Gewissensfragen gestellt.

Unter Einbeziehung der Website http://moralmachine.mit.edu/, einem Bildungsprojekt des Massachusetts Institute of Technology, mussten sich die Schülerinnen und Schüler in die Lage eines Programmierers oder einer Programmiererin versetzen, der oder die sich moralischen Dilemmata ausgesetzt sieht. Der Ausgangspunkt des Szenarios ist dabei immer gleich: Ein Autonomes Fahrzeug, bei dem die Bremsen versagen, muss sich entscheiden, ob es die Insassen vor sich überfährt oder ausweicht und gegen eine begrenzende Wand fährt und seine insassen tötet. Nur das Alter, die Anzahl oder der sozioökonomische Status der Personen auf der Straße und im Auto wechseln in jedem Szenario.

„Als Unternehmen leiden wir massiv unter dem Fachkräftemangel in der IT-Branche. Gern würden wir mehr ausbilden und selbst für unseren Nachwuchs sorgen. Doch durch fehlenden Informatik-Unterricht haben nur wenige Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, dieses spannende Fach kennenzulernen, sich dafür zu begeistern und Grundkenntnisse aufzubauen, die in der Ausbildung wichtig sind.“ (Marco Döbel, GECKO mbH)

Nach den Workshops hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit mit Marco Döbel, Informatiker der Rostocker Firma GECKO mbH (Gesellschaft für Computer- und Kommunikationssysteme mbh) und Mitglied der Bundeskommission „Digitales“ der Mittelstandsvereinigung der CDU/CSU zu diskutieren. Auch provokante Fragen wurden dabei gestellt. So wurde beispielsweise gefragt wieviele Arbeitsplätze er als Programmierer bereits überflüssig gemacht hat. Die ehrliche Antwort blieb nicht aus: „Ich bin mir sicher, dass ich schon einige Arbeitsplätze wegprogrammiert habe.” Doch schaffe seine Firma und der gesamte IT-Sektor auch neue Arbeitsplätze. So viele, dass die Nachfrage an IT-Fachkräften schon längst nicht mehr bedient werden kann. „Als Unternehmen leiden wir massiv unter dem Fachkräftemangel in der IT-Branche. Gern würden wir mehr ausbilden und selbst für unseren Nachwuchs sorgen. Doch durch fehlenden Informatik-Unterricht haben nur wenige Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, dieses spannende Fach kennenzulernen, sich dafür zu begeistern und Grundkenntnisse aufzubauen, die in der Ausbildung wichtig sind.“

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