Aller Anfang ist schwer. Das digitale Flugblatt in München

20. April 2018 | DevCamp der GI, Hochschule für Angewandte Wissenschaften München (Bayern) | 11 Student*innen (18-25 Jahre)

Programm

Auf dieser Station haben wir folgende Module angeboten:

„Demokratie in Aktion: Das digitale Flugblatt“ - Andrea Knaut, Kathinka Richter (Gesellschaft für Informatik, Turing-Bus)

Verfasst von: Frithjof Nagel

Bericht

Aller Anfang ist schwer – vor allem, weil er viele Fragen aufwirft. Zum Beispiel, ob wir für alle Tour-Stationen des Turing-Busses genügend externe Dozentinnen und Dozenten finden würden, die mit uns die weißen Flecken der digitalen Deutschlandkarte bereisen. Um auf Nummer sicher zu gehen, entschieden wir uns dafür, auch selbst einen Workshop zu konzipieren. Ein Unterfangen, das in Anbetracht unseres Zeitbudgets retrospektiv irgendwo zwischen überambitioniert und wahnwitzig eingeordnet werden kann. Der Initiator des Turing-Bus-Projekts, Stefan Ullrich, hatte uns einen vielversprechenden Hinweis auf den c't-Artikel von Daniel Cooper zum Bau eines digitalen Flugblatts gegeben. Dort wird beschrieben, wie man mithilfe eines batteriebetriebenen Raspberry Pi Zero W einen anonymen WLAN-Hotspot mit Webserver einrichten kann.

Das digitale Flugblatt kann etwa dazu genutzt werden, eigene Inhalte anonym zu verbreiten, Zensur zu umgehen oder Geocaching zu betreiben. Zudem lässt sich hier ganz praktisch demonstrieren, inwiefern der Computer als wichtigstes Medium der gegenwärtigen und zukünftigen Arbeits- und Lebenswelt gemäß des alten McLuhan-Slogans gleichsam auch die Nachricht ist: Mit dem digitalen Flugblatt lassen sich praxisorientierte IT-Kenntnisse im Bereich der Netzwerktechnik und des Webdesigns mit gesellschaftspolitischen Reflektionen über Netzfreiheit, digitale Partizipation oder die Arbeitswelt der Zukunft verknüpfen. Vorher stellte sich aber eine weitere Frage: Wie wird aus einer auf den zweiten Blick unvollständigen Online-Bauanleitung ein für Schülerinnen und Schüler nachvollziehbares Unterrichtsmodul?  

Mit dem digitalen Flugblatt wollten wir praxisorientierte IT-Kenntnisse im Bereich der Netzwerktechnik mit gesellschaftspolitischen Reflektionen über Netzfreiheit, digitale Partizipation und die Arbeitswelt der Zukunft verknüpfen.

Um uns die nötige Portion Außensicht, Fachexpertise und Kritik zu holen, reisten wir zum Developer Camp (DevCamp) der Gesellschaft für Informatik an die Hochschule für Angewandte Wissenschaften nach München. In einer Bar-Camp-Session konfrontierten wir elf Studierende und Developer kurzerhand mit allen möglichen Problemen, die sich nach unserem ersten Nachbau ergeben hatten. Hochmotiviert und findig machten sich die Nachwuchsinformatikerinnen und -informatiker an die Arbeit, entwickelten alternative Routen und gaben Verbesserungsvorschläge im Minutentakt, die von uns fleißig dokumentiert wurden. Ihnen ist es zu verdanken, dass wir das digitale Flugblatt bereits eine Woche später das erste Mal in einem Workshop an der BTU Cottbus-Senftenberg mit Schülerinnen und Schülern nachbauen konnten. Besonders hervorzuheben ist sicherlich die Unterstützung vom „Gentleman Nerd“ Nils Hitze, der selbst schon reichlich Erfahrung im Bereich digitaler Bildungsprojekte gesammelt hat und Dennis Denk und seinen beiden Kommilitonen, zumal die drei noch weit über das Ende der Bar-Camp-Session hinaus am digitalen Flugblatt rumgebastelt haben. 

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